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Funktionsanalyse

Funktionsanalyse

auch funktionelle Gebissanalyse; Funktionsdiagnostik.

Untersuchungsmethode des Kauorgans zur Diagnose von Störungen im Bewegungsablauf des Kausystems und der Feststellung von krankhaften Gewebeveränderungen, besonders der Okklusion (Zahnkontakt beim Zubeißen), des Kiefergelenkes und der Kaumuskulatur (==> Myoarthropathien).

Bei normaler Funktion haben die Zähne täglich etwa 40 Minuten direkten Kontakt miteinander (Kauen, Schluckakt). Die Kaumuskulatur hat somit genügend Zeit sich zu erholen. Werden diese Ruhephasen durch andauernde Muskelspannungen (z.B. durch Knirschen) gestört, können (teilweise erhebliche) Schmerzen und Schäden an Zähnen und Kiefergelenk die Folge sein. Als Ursache dieser Störungen kommen sowohl allgemeine und psychische wie auch ein gestörtes Zusammenspiel der Einzelkomponenten des Kausystems in Frage. Man schätzt, dass bei etwa 60-80% der Bevölkerung objektive Funktionsstörungen vorliegen, subjektiv aber nur in 15% der Fälle über krankhafte Befunde (z.B. Myoarthropathien) berichtet wird.

Man unterscheidet grob:

1. klinische F. -- Bestimmung von krankhaften Veränderungen der Zähne, des Zahnhalteapparates, der Kaumuskulatur und des Kiefergelenkes (einzeln und im Zusammenspiel miteinander).

2. instrumentelle F. -- ein auf die klinische F. aufbauendes aufwendiges Diagnoseverfahren mit spez. Hilfsmitteln (z.B. Aufzeichnung der Bewegung der Kiefergelenke, Auswertung der Gebiss-Situation im Artikulator) zur Erkennung von Störungen im Bereich der Kiefergelenke und der Okklusion.

Störungen des Kausystems gehen häufig mit starken Schmerzen und u.U. auch 'Ohrensausen' (Tinnitus aurium) einher. Schlafen auf dem Rücken hat sich als 'kiefergelenkschonend' erwiesen.
Eine Kostenübernahme der sehr aufwendigen F. ist bei den Gesetzlichen Krankenkassen i.d.R. nicht gegeben.

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